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22 August 2005
So, da isser endlich, mein England-Bericht

Schafe, wo immer man hinsieht. (Habe ich hier eigentlich schonmal darüber philosophiert, daß "sheep" ein Pluralwort ist? Es heißt "two sheep". Aber "one sheep" kommt eh nie vor, da kann man sich das Plural-S sparen!? Sowas sollte einem als Schaf-Liebhaber doch zu denken geben, oder??)
Wollgeschäfte gibt's nicht ganz so viele wie Schafe, aber nach meiner Einschätzung mehr als in Deutschland. Die meisten sehen ungefähr so aus:

Und haben selbst meine bessere Hälfte zu der Aussage gebracht "hier ist ja alles aus Plastik" ( er meinte die Wolle, nicht die Regale... ). Und alles bonbonfarben.
"New Fizz" (s. Zettel im Schaufenster, besser zu sehen z.B. hier) wird heftig beworben, kostet 4,25 Pfund pro 50 Gramm und ist mir persönlich zu teuer und zu kratzbürstig (aber ich habe ich auch mit Brasilia so meine Probleme...). Viele Geschäfte führen hauptsächlich Sirdar-Garne (dieser Bericht ist natürlich sehr persönlich! Vielleicht irre ich mich, aber die meisten Geschäfte, die ich betreten habe....)
In St. Andrews war ich im Laden von Di Gilpin, der Rowan, Noro, Colinette... führt. Aber nach der Werbung in den Strickzeitung zu schließen, kommen Geschäfte mit diesem Sortiment auch häufiger vor als in meinem deutschen Umkreis.
(Hand-)Strickzeitungen habe ich 2 gefunden - "Simply Knitting" und "Knitting".


Beide sind relativ neu (Simply Knitting ist bei Ausgabe 6, Knitting bei Ausgabe 15, beide erscheinen monatlich). Beide enthalten neben den Anleitungen auch viele Nachrichten, Garn- und Buchbesprechnungen, Vorstellungen von Webseiten etc.
"Simply Knitting" richtet sich an blutige Anfänger, alle Anleitungen sind umfangreichst (über 4 oder mehr Seiten, mit zahlreichen (Detail)fotos und technischen Erklärungen, aber trotzdem nicht langweilig). Mit dabei ist immer ein Geschenklein: einmal ein Tips und Tricks Buch, das andere Mal ein "yarn caddy", in der nächsten Ausgabe Glaskopfstecknadeln. Viele der Anleitungen entstammen einem gerade erschienen Strickbuch (für das die werte Leserin dann einen Discount bekommt ...), so waren z.B. "Foster" aus "Naturally Noro" dabei oder ein Bikini aus "fun & funky crochet" etc.
"Knitting" richtet sich eher an Leser mit Grundkenntnissen. Auch hier folgen die Anleitungen direkt auf die Bilder und sind im Vergleich zu deutschen Anleitungen ausführlich. "Knitting" ist nach meiner Erfahrungen relativ schwierig aufzutreiben. Das zweite Heft habe ich lange suchen müssen.
Strickbücher in Buchgeschäften sind keine Seltenheit, aber auch nicht so zahlreich, wie ich mir das erhofft hatte. Anfängerbücher überwiegen.
Antiquarisch sind zahlreiche Bücher aus den 80er Jahren zu kriegen, die ich aber nicht soo spannend finde.
Gebraucht gekauft habe ich diese zwei


Ersteres enthält komplette Anleitungen, manche tatsächlich traditionell, manche aber auch unter Verwendung traditioneller Muster in eher weniger traditioneller Strickart.
Michael Pearsons "Traditional Knitting" war die Entdeckung: Er hat zahlreiche Orte in GB besucht (in den 80ern) und dort mit Menschen gesprochen, die traditionell strick(t)en. Er behandelt Guernseys (schwerpunktmäßig), aber auch Fair Isle und Aran. Da seine Forschungen auch da stattfanden, wo ich selber war, war meine Freude besonders groß. Das Buch enthält viele alte Fotos (vorletzte Jahrhundertwende) und Berichte von seinen Treffen mit den Strickern - für mich einfach ein super Buch. Komplette Anleitungen kommen nicht vor, dafür aber eine grundsätzliche Beschreibung von z.B. Guernseys und dann diverse Muster. Aber zusammensetzen muß das jeder selbst - mir macht das nix, aber für einen Anfänger würde ich das Buch eher nicht empfehlen.
Da ich ganze 14 Tage krank war, habe ich nicht so viel gestrickt, wie ich mir vorgenommen hatte. Der Weasley-Sweater für meinen Mann ist ziemlich weit (*ächz*), Rückenteil und Ärmel sind fertig, das Vorderteil ist auch schon gut im Rennen. Aber braunes Tweedgarn in Stocking Stitch (glatt rechts auf deutsch???) - und dann in der Größe meines Mannes - *stöhn* Das wird wirklich ein Sweater of love!
(Auf dem Bild sehen die Teile ziemlich verknüllt aus - sie waren bis eben eingepackt.)
Zum Schluß noch ein nettes Foto

(Ich mache oft Fotos von ungewöhnlichen oder witzigen Schildern. Das hier hat mir besonders gefallen. Für Nicht-Golfer: St. Andrews ist die Welthauptstadt des Golfspiels. Dort sitzt die Instanz, die alle Regelfragen klärt, dort ist der älteste Golfplatz und das brittische Golfmuseum und eben auch jede Menge Golfer auf der Straße)
16:15 Veröffentlicht in Stricken | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken | Tags: stricken knitting













Kappe und Gitterschal


Kommentarstatus
Wenn ich das erste Bild mit Schafen so seh' könnt' ich sofort die Koffer packen :). Mein letzter England -Aufenthalt ist so lange her, dass es schon gar nicht mehr wahr ist. Sehr interessant, dein Bericht. In F ist mir auch aufgefallen, wie viel Polywolle es gibt (Phildar!), aber für GB hätt' ich das gar nicht gedacht. Das Morgan-Buch hab' ich übrigens auch (schon eine Weile), begeistert mich aber nicht soooo. Das andere hört sich wirklich interessant an und ist wohl dem Feitelson ähnlich, nicht wahr?
Liebe Grüße Andrea
(ich nehme mal an, ich darf deine Steek-Links demächst in den FIS-Knitalong-Blog einbauen, oder? Einige kannte ich schon, aber den gehäkelten noch nicht)
Veröffentlicht von: Andrea | 22 August 2005
tja das gute alte England Wolle kauft meine Schwiegermutter immer auf dem Markt in Kettering dort gibt es immer eine große Auswahl.
Bei uns hier in der Gegend sind die Handarbeitsgeschäfte/Wollgeschäfte schon ausgestorben gerade jetzt wo das Stricken doch wieder im kommen ist.
gruss
Sylvia
Veröffentlicht von: Sylvia | 22 August 2005
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Veröffentlicht von: Ktvd | 02 Februar 2007
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Veröffentlicht von: All phone mm | 08 Februar 2007
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